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Montag, 6. August 2007

Offener Brief an die Grünen

Sehr geehrte Damen und Herren

Mit erstaunen habe ich die so genannte Palästina-Petition von Nationalrat Daniel Vischer auf www.palaestina-petition.ch gelesen. Darin sind kurzerhand drei Punkte aufgelistet, welche die Petition umfassen:

  1. Die Wiedergutmachung des Unrechts, das dem palästinensischen Volk zugefügt wurde

    Wer leistet Wiedergutmachung am israelischem Volk, dass seit 2004 von mehr als 3000 Kassam-Raketen angegriffen wurde und seit Jahren hunderte Bombenanschläge gegen öffentliche Einrichtungen erleiden musste. Kein anderes Land auf Erden ist dem Terrorismus so stark ausgesetzt wie Israel. Wer bringt den israelischen Familien Mitgefühl entgegen, welchen Söhne, Töchter, Väter und Mütter gewaltsam entrissen wurden

  2. Sanktionen gegen Israel, bis dieses die UN-Resolutionen 242 erfüllt

    Hier meint Herr Vischer, dass Israel sich auf den Friedensvertrag von 1967 Rückbesinnen müsse und sich auf die Grenzen von eben solchem Friedensvertrag zurück ziehen müsse. Weder seitens Palästinas noch Israels wird die Grenze so gezogen werden, wie anno 1967 abgemacht wurde. Dies ist absolut unrealistisch. Das sich der Staat Israel in der momentan verfahrenen Situation nicht einfach zurückziehen kann, ist wohl verständlich, denn zu gross sind die Ängste über weitere Selbstmordanschläge. Solange die Lage in diesem Masse instabil ist, würde selbst die Schweiz alles tun, um ihr Volk zu schützen und die Grenzen entsprechend dicht zu halten. Ausserdem kann der Gazastreifen als aktuelles Beispiel genommen werden, wie sich dieses Land seit dem Rückzug Israels entwickelt hat. Mord, Korruption und Verfall der Werte sind an der Tagesordnung

  1. die internationale Anerkennung der gewählten palästinensischen Behörden

    Die Schweiz akzeptiert ja die gewählte palästinensische Regierung. Das die Hamas von einigen Nationen, wie bspw. den USA nicht anerkannt wird, ist meiner Ansicht nach verständlich, zumal der Hamas selbst terroristische Aktivitäten gegen Israel und anderen westlichen Einrichtungen nachgewiesen wurden

Ich möchte Ihnen zu dieser Petition folgendes sagen: Ich empfinde Sie als überaus einseitig. Alle Schuld wird beim Staat Israel abgeladen. Des Weiteren wird den Besuchern auf der Internetseite von Herrn Vischer überhaupt keine Hintergrundwissen zum Nahostkonflikt geliefert. Es wird nur behauptet, was Israel alles falsch mache und was wir als Schweizer Bürger/innen dagegen unternehmen können. Für einen gewählten Repräsentanten unserer Regierung, empfinde ich diese einseitige Meinungsmache überaus befremdend und meiner Meinung nach grenzt diese ganze Petition an antisemitisches Gedankengut.


Es ist für mich ausserdem unverständlich, wie die Grünen eine solche Petition gut heissen, zumal Sätze auftauche wie:


"Mit seiner Besatzung- und Siedlungspolitik zerstört Israel dem palästinensischen Volk vollends die Existenzgrundlagen. Doch vergangenes Unrecht, von den Juden und Jüdinnen in Europa erlitten, kann nicht dadurch gut gemacht werden, dass wir EuropäerInnen nun neues Unrecht schaffen oder zulassen, indem wir den von uns einst Verfolgten in blinder Parteinahme ein ungeschriebenes Recht auf völkerrechts- und menschenrechtswidrige Praktiken einräumen"


Es erstaunt mich immer wieder, wie Menschen und hier geht es sogar um eine Persönlichkeit, die ein öffentliches Amt bekleidet, indirekt behaupten, dass Juden und Jüdinnen von Ihrer Vergangenheit profitieren. Ersten hätte ein Volk, dass über 6 Millionen Mitbürger/innen verloren hat, alles Recht der Welt über Jahrhunderte eine Besserstellung zu verlangen. Dies wird aber in keinster Weise von Israel verlangt. Der Bevölkerung Israels, der so viel Unrecht in ihrer von Kriegen erfüllten Geschichte angetan wurde, hat dennoch nur einen einzigen Wunsch, nämlich endlich in Ruhe und Frieden ihr Leben leben zu können. Und diesem Volk wird von Herrn Vischer nachgesagt, es profitiere vom Unrecht, dass Ihm angetan wurde.
Ausserdem gebe ich Ihnen gerne noch ein Gegenargument zu Herrn Vischers genannten Existenzgrundlage. Ich zitiere aus dem Spiegel Online:

“SPIEGEL ONLINE: Sie sind die Leidtragenden des Konflikts.

Schueftan: Ja, aber bis zur Wahl der Hamas konnten sie sich darauf verlassen, dass sie nicht zur Verantwortung gezogen werden, egal was sie machen. Ich gebe ihnen ein kleines Beispiel. Bei den Demonstrationen in Gaza werden Unmengen von Munition in die Luft verschossen, mindestens zehntausend Kugeln. Jede Kugel kostet so viel wie vier Kisten Tomaten. Das heißt, sie verschießen bei einer Demonstration den Gegenwert von 4o.ooo Kisten Tomaten. Am nächsten Tag sagen sie: “Wir haben Hunger!” und die Europäer kommen und sagen: “Wie können wir ihnen helfen?”...

SPIEGEL ONLINE: Weil es ein zentraler Konflikt ist, der die Welt seit fast 6o Jahren beschäftigt.

Schueftan: Der Nahost-Konflikt wird gewaltig überschätzt. Die halbe Welt glaubt, es werde Frieden im ganzen Nahen Osten geben, wenn der Palästina-Konflikt gelöst wird. Also fließt viel Geld. Seit Oslo haben die Palästinenser acht Milliarden Dollar Hilfe erhalten. Das ist das Sechsfache pro Kopf dessen, was die Europäer im Marshall-Plan bekommen haben. Und sie haben jeden Cent dieser Summe vergeudet auf zwei Sachen: Korruption und Krieg. In jeder Gesellschaft gibt es Inseln von Korruption, auch in Israel, auch in Deutschland. Bei den Palästinensern gibt es einen Ozean von Korruption und keine Insel.”

Gerne bitte ich Sie, zu diesem Brief Stellung zu beziehen und mir mitzuteilen, wie die Grünen zu diesem Thema stehen. Im Hinblick auf die kommenden Wahlen, spielt Ihre Antwort für mich eine fundamental wichtige Rolle. Besten Dank für Ihre bevorstehende Stellungsnahme.

Mit freundlichen Grüssen

Samstag, 4. August 2007

Schon wieder Verbalattacken vom Iran gegen Israel

Trotz wachsenden internationalen Drucks hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad seine verbalen Attacken gegen Israel erneuert. Die Unterstützung seines Landes für einen Palästinenserstaat im Nahen Osten sei "bedingungslos", sagte Ahmadinedschad in einem Interview mit mehreren algerischen Zeitungen. "Was Israel angeht – die können sich einen anderen Ort suchen."

Seit seinem Amtsantritt 2005 hatte Ahmadinedschad wiederholt das Existenzrecht Israels in Frage gestellt und international Empörung ausgelöst mit der Äußerung, Israel müsse von der Landkarte getilgt werden.

Quelle: Badische Zeitung

Der Iran manövriert sich mehr und mehr in eine Sackgasse. Man könnte beinahe meinen, der Iran hoffe, dass sich der Nahe Osten in ein internationales Kriegsgebiet verwandelt. Von Zurückhaltung ist jedenfalls wenig zu spüren. Es reicht nicht, dass der Iran öffentlich bekundet, sein Atomprojekt ohne wenn und aber weiterzuführen. Nein, aktiv wird versucht Israel in eine Lage zu manövrieren, in der es keine andere Möglichkeit mehr hat, als einen Angriff gegen den islamischen Staat zu starten. Ich finde das bedenklich, zumal die innerpolitische Lage im Iran alles andere als rosig ist.

Save the City

Ich habe schon in mehrfachen Artikeln auf die schwierige Lage der Ortschaft Sderot hingeweisen. Hier ein Video, wie es um die Ortschaft und die Einwohner so steht. Sehr eindrücklich und beängstigend zugleich.

Freitag, 3. August 2007

Israelis feuern mit Tomaten auf den Gaza-Streifen

Aus Wut über die regelmäßigen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen haben Bewohner der südisraelischen Stadt Sderot nun Selbstjustiz geübt. Sie schossen mit Tomaten und Eiern zurück. Die verderbliche Munition wurde mit Raketenwerfern der Marke Eigenbau auf den Gazastreifen abfeuert. "Da die Regierung nichts tut, haben wir uns entschieden, die Sache selbst in die Hand zu nehmen", sagte Jigal Tsur, einer der Initiatoren der Protestaktion.

Die Tomaten und Eier erreichten zwar das Palästinensergebiet, gingen aber nicht wie gewünscht über dem Ort Beit Hanun nieder. So richteten die Bio-Geschosse keinerlei Schaden an. Die israelische Armee schritt dennoch ein, um der ungewöhnlichen Aktion ein Ende zu machen. Im südisraelischen Sderot gehen immer wieder Raketen nieder, die aus dem Gazastreifen abgeschossen werden. Binnen sechs Jahren starben neun Israelis durch Raketen aus dem Gazastreifen.

Quelle: tagesspiegel.de

Mal eine andere Form der Terrorbekämpfung :-)

USA haben ebenfalls Angriffspläne gegen den Iran

Stimmen für einen Militärschlag gegen den Iran gibt es in den USA seit langem. Kolumnisten der konservativen "Washington Times" oder des neokonservativen "Weekly Standard" fordern immer wieder einen Angriff zumindest auf die iranischen Nuklearanlagen. "Ich würde nicht mehr ausschließen, dass Bush gegen den Iran militärisch vorgeht", meinte auch ein ranghoher europäischer Diplomat in Washington. "Ein Angriff auf den Iran wäre der absolute Super-Gau im transatlantischen Verhältnis", meinte der Diplomat. Denn fast alle europäische Regierungen fürchteten, dass dann das Pulverfass Nahost endgültig explodieren würde.

Irans Außenminister Manuscher Mottaki sieht die ganze Sache etwas anders:
Die USA seien „nicht in der Lage, sich auf einen neuen militärischen Konflikt einzulassen“, sagte Mottaki in einem FOCUS-Interview. Die Lage im Irak überfordere die US-Armee. „Nicht einmal 170 000 amerikanische Soldaten können dort die eigene Sicherheit oder die des Irak gewährleisten.“


In der Frage des umstrittenen Atomprogramms zeigte sich Mottaki unnachgiebig. Es komme für den Iran „nicht mehr in Frage“ das Programm zu beenden, selbst dann nicht, wenn die UN-Sanktionen ausgesetzt würden. Man sei aber zur verstärkten Kooperation mit der internationalen Atomenergiebehörde IAEO bereit, so Mottaki. Kritik übte der iranische Außenminister an seinem früheren deutschen Amtskollegen Joschka Fischer. Mit „seinen Anschuldigungen gegen den Iran“ habe Fischer „eine sehr ungute Rolle bei den Atom-Verhandlungen gespielt und das sogar noch nach dem Ende seiner Amtszeit“. Die deutsch-iranischen Beziehungen haben sich nach Ansicht Mottakis auf Grund des Vorgehens Fischers verschlechtert. Die Deutschen müssten jetzt „die Richtung ändern“. Mottaki sagte: „Sie sollten wissen, dass der Iran ein wichtiger Absatzmarkt für sie ist und in das Verhältnis beider Länder investieren.“

Die russische Nachrichtenagentur Novosti
bestätigt indessen die Pläne der USA:

Ein militärischer Schlag der USA gegen Iran ist wieder aktuell geworden. Davon zeugt unter anderem eine Sonderberatung im Juni im Pentagon.

Auch US-Vizepräsident Dick Cheney besteht darauf, dass Präsident George Bush dieses Problem noch vor dem Ablauf seiner Amtszeit lösen sollte. Nach seiner Ansicht würde Amerika nicht aus dem irakischen Labyrinth herauskommen können, wenn das Iran-Problem nicht gelöst sei, schreibt die Wochenzeitung „Moskowskije Nowosti“ in ihrer jüngsten Ausgabe.

US-Medien schreiben derzeit immer häufiger davon, dass eine Gewaltaktion gegen Iran praktisch eine beschlossene Sache sei. Wie dabei behauptet wird, soll Israel beim Angriff auf Iran die Hauptrolle zugewiesen werden. Immerhin hat es 1981 Saddams Nuklearforschungszentrum erfolgreich zerbombt. Die USA würden den Angriff lediglich unterstützen. Wie UPI unter Berufung auf die israelischen Zeitungen „Jerusalem Post“ und „Maariv“ berichtet, trainieren israelische Kampfflugzeuge bereits einen Angriff auf die iranischen Nuklearobjekte.

Donnerstag, 2. August 2007

Israel grünes Licht für einen Iran Angriff?!

Israels Minister für strategische Angelegenheiten Avigdor Liebermann behauptet, die USA und Europa hätten Israel grünes Licht für einen Angriff auf Iran gegeben. Laut einem Bericht der Jewish Telegraph Agency vom 10. Juli kam Lieberman von einem Besuch der NATO Hauptquartiere in Brüssel vor zwei Wochen mit dem Eindruck zurück, die westlichen Mächte seien nicht bereit, Militär einzusetzen, um Irans Atomprogramm zu stoppen. „Wir stecken in Afghanistan fest und die europäischen und amerikanischen Truppen wälzen sich in dem irakischen Morast; und das ist etwas, was die Führer der Länder in Europa und Amerika von der Entscheidung abhalten wird, Steitkräfte einzusetzen, um Irans Atomanalagen zu zerstören“, soll Lieberman von einem NATO-Sprecher erfahren haben. „Deshalb wird Israel die nukleare Bedrohung aus dem Iran am Ende selbst mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln beseitigen müssen, und es wird nicht auf internationale Kooperation rechnen können.“

Die rechte Nachrichten-Webseite Newsmax.com war sogar noch provokativer. Sie zitierte am 13. Juli Liebermans Erklärung, wenn Israel selbst einen Angriff gegen Iran ausführe, dann „werden Europa und die USA uns unterstützen“.


Lieberman ist Vorsitzender der Partei Yisrael Beitenu, welche die Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus Israel und jedem Territorium, das es kontrolliert, verteidigt mit der Begründung, daß ihre Präsenz eine Gefahr für „den jüdischen Charakter des Staates“ darstelle . Auch ohne direktes Kommentieren dieser Zitate berichtet Ynet.com, er habe der Knesset am 11. Juli gesagt, Israel werde demnächst seine Vorbereitungen zum "Umgang" mit dem Iran abgeschlossen haben. „Der Staat Israel muß berücksichtigen, daß er allein mit dem Iran fertig werden muß“, sagte Lieberman.

Quelle: bueso.de


Nachtrag:
Eine schon etwas ältere britische Studie kam genau bei diesem Thema zu erschreckenden Erkenntnissen:

"Die Bomben würden ohne vorherige Warnung fallen. Abgeworfen würden sie von Kampfjets, die auf Flugzeugträgern im Persischen Golf stationiert sind, und von Langstreckenbombern, die in Großbritannien starten. Wahrscheinliche Ziele: der iranische Forschungsreaktor in Teheran, Nuklearanlagen in Isfahan, Natans, Arak und Buschir. Auch forschungsrelevante Universitätseinrichtungen würden ins Visier genommen. Tausende tote iranische Soldaten, Hunderte getötete Zivilisten: Das wäre die Bilanz der Angriffswelle, die sich vier bis fünf Tage hinziehen könnte."

Also wenn man dies so liest, dann würde ich doch lieber auf den diplomatischen Weg setzen, falls der Iran dazu bereit ist.

Rice in Ramallah

Die USA unterstützen die Sicherheitskräfte der palästinensischen Autonomiebehörde mit 80 Mio. Dollar. US-Aussenministerin Rice und der palästinensische Übergangspremier Salam Fajad unterzeichneten ein entsprechendes Rahmenabkommen. «Wir wollen die Gesetzlosigkeit beenden und die öffentliche Sicherheit wiederherstellen», sagte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas, anlässlich der Unterzeichnung in seinem Amtssitz in Ramallah im Westjordanland. Rice rief Israel und die Palästinenser zu einem intensiveren Dialog auf. Dabei müssten beide Seiten auch schwierige Fragen angehen, die der Gründung eines palästinensischen Staates bisher im Wege stünden, sagte sie nach ihrem Treffen mit Abbas.

Quelle: limmattalonline.ch

Iran kauft Jagdflugzeuge von Russland

Diversen Medienberichten zufolge, soll der Iran 250 Jagdflugzeuge des Typs SU-30 MK bestellt haben. Ein Sprecher des Su-Herstellers "Suchoi" dementierte diese Meldung. Sie bestätigten zwar, dass sich die Iranische Luftflotte in einem maroden Zustand befinde und ein solches Geschäft für Suchoi überaus lukrativ wäre, aber auch, dass die politische Lage im Moment zu angespannt sei, um ein Geschäft in dieser Grössenlage mit dem Iran zu betreiben.

Der iranische Verteidigungsminister Mustafa Mohammed Nadschar versuchte ebenfalls das Gerücht zu dementieren "Diese Meldungen sind nichts als ein Element der psychologischen Kriegsführung, das die USA gebrauchen, um Israel (militärische) Hilfe zu leisten"

Dienstag, 31. Juli 2007

Abbas lehnt Gespräche mit Hamas ab

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat einen direkten Dialog mit der rivalisierenden, radikalislamischen Hamas während seines Moskauaufenthaltes erneut abgelehnt. Bestrebungen der russischen Führung, einen Kontakt zwischen den zerstrittenen Palästinensergruppen herzustellen, erteilte Abbas in einem Interview der "Nesawissimaja Gaseta" eine Absage. "Viele versuchen, einen Kontakt zwischen uns herzustellen, aber es gelingt ihnen nicht", sagte Abbas. Der Palästinenserpräsident will heute mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammenkommen, dessen Regierung weiterhin offizielle Kontakte zur Hamas unterhält.

Quelle: rheinpalz.de

Meiner Meinung nach handelt Abbas richtig. Nur weil Moskau meint, mit der Hamas in Verhandlungen zu treten, muss die Fatah dem nicht nachsetzen.

"Washington fällt nichts Besseres ein"

Damit niemand behaupten kann, ich poste nur immer Artikel, die Israel oder US freundlich sind. Hier der Beweis:

Interview aus der westfälischen Rundschau (WR):

Der Nahost-Experte Volker Perthes sieht in den angekündigten Waffenlieferungen der USA in die Unruhe-Region einen Rückfall in traditionelle Realpolitik. Die WR befragte den Direktor der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik.

WR: Herr Perthes, warum läuten die USA im Nahen Osten eine neue Runde im Rüstungswettlauf ein?

Perthes: Nach dem desaströsen Irak-Krieg kehren die USA in der Region zu ihrer traditionellen Realpolitik zurück, wie sie schon die Präsidenten Nixon, Carter, Reagan, Bush sen. und Clinton praktiziert haben. Leitlinie: Wir rüsten unsere Freunde auf und dämmen unsere Gegner und Feinde ein.

Aber die USA haben doch schon mehrfach mit Waffenlieferungen in den Nahen Osten üble Erfahrungen gemacht. Im irakisch-iranischen Krieg in den achtziger Jahren rüsteten sie Saddam Hussein auf, der das Regime im Iran besiegen sollte. Das ging daneben. Saddam war danach ein von den USA hochgerüsteter Diktator. Warum geht George W. Bush wieder diesen Weg und macht jetzt Saudi-Arabien stark?

Weil der Regierung in Washington nichts Besseres einfällt. Die Alternative war ja der Versuch, die Verhältnisse in einzelnen Ländern selbst umzukrempeln, dort die Demokratie zu installieren. Das ist, siehe Irak, deutlich gescheitert. Die Politik der kleinen, auf Stärkung der Zivilgesellschaft ausgerichteten Schritte, die Europa vorschlägt, geht den Amerikanern viel zu langsam.

Außerdem darf man nicht ausblenden: Ein Rüstungsgeschäft in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar ist für die amerikanische Industrie sehr interessant. Verzichtete man darauf, würden die Franzosen oder die Russen das Geschäft machen.

Welche Auswirkungen wird diese US-Waffenexportpolitik haben?

Als regionalpolitischer Ansatz, denke ich, wird sie weniger Schaden anrichten als die Invasion in den Irak 2003. Aber klar ist auch, die USA tragen damit in keiner Weise dazu bei, autoritäre Regime nachhaltig zu destabilisieren. Dazu bräuchte es echte politische Reformen.

Wird die Suche nach diplomatischen Lösungen im Konflikt zwischen Israel und Palästina sowie in der iranischen Nuklearfrage nun schwerer?

Das glaube ich nicht. Den Israelis, die auch profitieren werden, ist qualitative Überlegenheit bei den Waffenlieferungen zugesichert worden. Teheran hingegen signalisiert die angekündigte Waffenlieferung, dass die USA es tatsächlich ernst meinen. Nicht im Sinne eines Regime-Wechsels, sondern in Anlehnung an die Politik des Eindämmens wie in den 80er Jahren.

Macht die große Nahost-Konferenz, die US-Präsident Bush gerade angekündigt hat, jetzt überhaupt noch Sinn?

Ich bin ohnehin sehr skeptisch, was diese Konferenz angeht. Im Prinzip ist das ja ein richtiges Format. Aber Bush will nur die Parteien einladen, mit denen sich die USA ohnehin einig wissen. Das kann nicht funktionieren. Man muss auch Veto-Spieler wie Syrien an den Tisch bekommen.

Quelle: westfaelische-rundschau.de

Russland unterstützt Palästinenserpräsident Abbas

Auch für Russland ist Palästinenserpräsident Machmud Abbas der rechtmäßige Vertreter seines Volkes. Das sicherte Außenminister Sergej Lawrow ihm in Moskau zu. Abbas wirbt auch dort um Unterstützung für seine gemäßigte Fatah-Partei im Westjordanland, nachdem er das zweite Palästinensergebiet, den Gaza-Streifen, verloren hat: an die radikale Hamas-Bewegung. Ein Staatsstreich sei das gewesen, sagt Abbas; ein rechtswidriger Aufstand - nicht nur einfach ein Problem im Verhältnis zwischen Hamas und Fatah. Eine Folge davon: Einige tausend Flüchtlinge am Grenzübergang Rafah nach Ägypten. Vorerst gut sechshundert von ihnen dürfen nun zurückkehren. Alllerdings hält Ägypten den Übergang geschlossen: Die Busse bringen sie nun durch Israel nach Erez, am anderen Ende des Gazastreifens.

Für die Palästinenser im Westjordanland bereitet Israel inzwischen Erleichterungen vor, ebenfalls als Unterstützung für Abbas. Dabei geht es vor allem um den Abbau von Kontrollstellen, die die Bewegung der Menschen dort einschränken. Bisher hat Israel außerdem palästinensische Häftlinge entlassen und gesperrte Gelder freigegeben.

Quelle: Euronews

Russland spielt aber ein Doppelspiel. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, lädt der Kreml höchstpersönlich den Hamas-Führer Maschaal für Gespräche nach Moskau ein. Russland stellte sich bis anhin immer gegen Entscheidungen aus dem Westen. Naja es war ja schliesslich auch der Westen, welcher Russland aufs schärfste für die Taten in Tschetschenien kritisierte.

Oder wie es die Tagesschau kommentiert:

Westliche Initiativen stören Moskau
Wohl wahr. Doch haben viele der Probleme aus russischer Sicht einen Schönheitsfehler. Sie basieren auf Initiativen und Vorstößen aus dem Westen. Die Friedenskonferenz hat das Weiße Haus vorgeschlagen, der neue Sprecher des Quartetts ist ausgerechnet der Ex-Premier Großbritanniens, Tony Blair. Da Russland ganz allgemein einen außenpolitischen Kurs mit deutlicher Distanz zum Westen eingeschlagen hat, ist das kein leichter Spagat, den der Kreml zwischen Abbas und Maschaal, zwischen Israel und letztlich Syrien zu bewältigen hat.


Die Geschichte einer libanesischen Christin

Brigitte Gabriel lebte jahrelang mit ihrer Familie in einem acht mal zehn Meter grossen Bunker unterhalb des zerstörten Hauses. Es war während des Bürgerkriegs im Libanon. Als die Israelis 1982 einmarschierten, erlebte sie dies als Befreiung. In einem Interview schildert die Journalistin ihre Erlebnisse.

Sehr interessante Geschichte einer tapferen Frau.

Montag, 30. Juli 2007

Atom-Fanatiker Ahmadinedschad gratuliert der Hisbollah

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat der Hisbollah-Miliz zum "erfolgreichen" Krieg gegen Israel vor einem Jahr gratuliert. "Der wunderbare Sieg des libanesischen Volkes gegen die zionistischen Besatzer ist ein Ergebnis von Glaube, Einheit und Widerstand", heißt es laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA auf einer Grußkarte.

Quelle: israelnetz.de

Vergessen sind die 1191 getöteten Personen auf libanesischer und 122 Personen auf israelischer Seite. Dazu noch die tausenden von Verletzten. Wie tief muss man fallen, wenn man irgend einer von beiden Parteien zu diesem Verdienst loben kann? Wieder einmal zeigt sich der Präsident des Schurkenstaates Iran von seiner besten Seite.

Israel tötet zwei Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden

Am Wochenende hat die israelische Armee zwei Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden getötet. Bei einem zweiten Angriff auf ein fahrendes Fahrzeug im Gaza-Streifen, wurde gemäss Aussage der israelischen Armee zwei Mitglieder des Islamischen Dschihad und ein Kommandeur der Al-Aksa-Brigaden verletzt. Zwei Terroristen entkamen. Ausserdem wurden gemäss Zeugenaussagen zwei Zivilisten beim Angriff verletzt.

Freitag, 27. Juli 2007

Vertrauen missbrauchen

Im Mai wurde der Palästinenser Maseb Bashir in Israel verhaftet. Der 25-Jährige aus dem Gazastreifen gab bei der Vernehmung zu, seit einigen Monaten Informationen für ein Attentat auf Israels Ministerpräsidenten Ehud Olmert gesammelt zu haben. Weil er für die Menschenrechtsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ arbeitete, durfte er mit einer Sondergenehmigung ständig nach Israel einreisen.

Im September 2006 hatte Bashir beschlossen, den israelischen Regierungschef zu töten, und setzte sich dafür mit der palästinensischen Terrororganisation PFLP (Populäre Front zur Befreiung Palästinas) in Verbindung. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen um Olmert suchte sich der Palästinenser dann ein leichteres Ziel aus. Er plante Anfang 2007, einen israelischen Archäologen in Jerusalem zu ermorden.

Quelle: israelheute.com

Eigentlich schon traurig. Von einem Mann, der für eine humanitäre Einrichtung wie "Ärzte ohne Grenzen" arbeitet und das Leid täglich aus erster Hand erlebt, hätte ich persönlich etwas mehr weitsicht und Respekt für das Leben, vorallem das Leben von Zivilisten, erwartet. Radikales Denken zeigt einmal mehr, dass diese Menschen zu allen fähig sind und nicht mehr zwischen falsch und richtig abwägen können.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Waffennachschub für die Fatah

Die israelische Regierung hat laut einem Zeitungsbericht eine Lieferung von 1000 Sturmgewehren aus Jordanien an die Palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas gestattet. Bei der Lieferung, die Anfang Juli erfolgte, handelte es sich um die größte Waffenmenge für die palästinensischen Sicherheitskräfte, deren Lieferung ins Westjordanland Israel jemals erlaubt habe, heißt es in Tageszeitung „Haaretz“. Geliefert wurden Sturmgewehre des amerikanischen Typs M 16.

Seit den Machtkämpfen zwischen der Hamas und der Fatah, hat sich die israelische Regierung vermehrt auf die Seite von Fatah-Präsidenten Mahmud Abbas gestellt. Israel versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Fatah-Milizen aus dem Westjordanland vertrieben werden könnten. Da Abbas als überaus gemässigt angesehen wird, ist die Position Israels verständlich. Wollen wir nur nicht hoffen, dass die gelieferten Waffen eines Tages gegen Israel eingesetzt werden könnten.

Palästinenserstaat???

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas Verhandlungen über ein Grundlagenabkommen zur Schaffung eines palästinensischen Staates angeboten. Das berichtete die israelische Zeitung "Haaretz" am Mittwoch. Dieser Staat würde den Großteil des 1967 von Israel eroberten Westjordanlandes sowie den Gaza-Streifen umfassen. Grundsätzlich will Israel aber aus Sicherheitsgründen an strategisch wichtigen Teilen des Westjordanlandes festhalten.

Auch auf arabischer Seite arbeitet man derzeit an einer Friedensinitiative. Dazu haben die Außenminister Ägyptens und Jordaniens, Ahmed Aboul Gheit und Abdel Ilah al-Khatib, als Beauftragte der Arabischen Liga am Mittwoch Israel besucht. "Wir strecken im Namen der gesamten Region eine Hand des Friedens aus und hoffen, einen Impuls für fruchtbare und produktive Verhandlungen geben zu können", sagte der jordanische Außenminister auf einer Pressekonferenz mit dem israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres in Jerusalem.

Der ägyptische Außenminister erklärte, sein jordanischer Kollege und er seien von der Arabischen Liga gebeten worden, deren Friedensinitiative in Israel vorzustellen. "Wir hoffen, nach unserer Rückkehr der Arabischen Liga positive Antworten Israels überbringen zu können."

Die arabischen Regierungen verlangen, dass der künftige palästinensische Staat das Westjordanland mit Ost-Jerusalem und den Gaza-Streifen umfasst, die 1967 im Sechs-Tage-Krieg von Israel erobert wurden. Laut "Haaretz" sieht Olmerts Angebot vor, dass kontroverse Fragen wie die Grenzziehung erst in einer zweiten Phase ausverhandelt werden sollen. Der Premier werde über den Plan im israelischen Parlament abstimmen lassen.

Quelle: www.wienerzeitung.at

Mittwoch, 25. Juli 2007

Schwierige Gespräche zwischen USA + Iran

Die am Dienstag stattgefundenen Gespräche zwischen den USA und Iran, die das Thema Irak als Hauptbestandteil hatten, seien gemäss Aussage von US-Botschafter Ryan Crocker sehr schwierig verlaufen. Die USA äusserten konkret ihre Verärgerung über die Waffenlieferungen, die der Iran an den Irak tätigt. Daraufhin kam es zu einem hitzigen Wortwechsel.

Crocker sagte in der Pressekonferenz, der Iran habe seine mündlichen Erklärungen über den Wunsch nach einem Ende der Gewalt im Irak nicht durch eine Einstellung der Waffenlieferungen an die schiitischen Milizen untermauert. Das Fehlen jeglicher Handlungen in dieser Richtung habe die Diskussion mit dem Iran schwierig gemacht.

Der US-Botschafter wies bei dem Treffen nach eigenen Angaben auch iranische Versuche zurück, die Beratungen über das Thema Irak hinaus auszuweiten. Er sei diesem Versuch mit dem Hinweis auf die iranische Unterstützung der radikal-islamischen Hamas in den Palästinensergebieten begegnet - eine Anmerkung, die Komi (iranischer Botschafter) verärgert habe.

«Ich würde dies (das Treffen) nicht als dergestalt beschreiben, dass wir uns die ganze Zeit angeschrien hätten», sagte Crocker. «Aber wir (die USA) waren wirklich deutlich, was unsere Probleme mit ihrem (dem iranischen) Verhalten betrifft.»

Dienstag, 24. Juli 2007

3000 Raketen in drei Jahren

13 Israelis sind in den letzten drei Jahren durch Kassam-Raketen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Knapp 3000 Raketen wurden seit 2004 aus dem Gazastreifen auf Israels Südbezirk abgeschossen, mehr als zwei Raketen pro Tag. Allein in den letzten zwei Maiwochen gingen 280 Kassam-Raketen auf Israel nieder, wodurch zwei Israelis ums Leben kamen und 164 Verletzungen erlitten. 40 % der Stadtbewohner Sderots sind in den Norden Israels geflohen.

Israel reagierte mit 58 gezielten Luftangriffen im Gazastreifen, wobei 47 Palästinenser ums Leben kamen, die meisten verantwortliche Terroristen. Nach dem Fiasko im Libanon befürchtet die israelische Regierung unter Ehud Olmert eine massive Operation im Gazastreifen, die sich über Nacht ungewollt zu einem Krieg entwickeln könnte

zum vollstänidgen Artikel

Neuer Luftangriff im Gaza Streifen

Die israelischen Streitkräfte haben am Dienstag einen Luftangriff gegen ein Haus in Gaza geflogen. Das Gebäude wurde nach palästinensischen Angaben schwer beschädigt, Verletzte gab es nicht. Die Streitkräfte bestätigten den Angriff, äußerten sich aber nicht zu seinem Ziel. Ein Sprecher des Islamischen Dschihad erklärte, der Luftangriff habe offenbar Mitgliedern seiner Gruppe gegolten, die in einem Auto in der Nähe des Hauses unterwegs waren.

Quelle: www.pr-inside.com

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